Home  | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT

Studienmodell 7 - Adaptronik

Der Begriff Adaptronik hat sich in Deutschland in den neunziger Jahren etabliert und umfasst einen Technologiebereich, der in den USA und Japan mit „smart materials" oder „adaptive structures" bezeichnet wird. Die Adaptronik zählt heute zu den 12 Leitinnovationen der Fraunhofergesellschaft. Im Mittelpunkt stehen technische Systeme, die sich durch selbstregelnde Mechanismen an unterschiedliche Betriebsbedingungen anpassen. Multifunktionale Werkstoffe wie Piezoelektrika, Magnetostriktiva, elektrorheologische Fluide oder Formgedächtnislegierungen, die sich thermisch, elektrisch oder magnetisch aktivieren lassen und dabei gleichzeitig sensorische und aktorische Aufgaben übernehmen, spielen eine Schlüsselrolle bei der Konzeption adaptronischer Systeme. Das daraus resultierende Potenzial eröffnet für Forschung und Entwicklung neue Wege und Lösungsansätze in den verschiedensten Bereichen. Beispiele sind aktive Schwingungskompensatoren zur Reduktion von Vibrationen und Instabilitäten an Verkehrsfahrzeugen, die Feinstpositionierung in Optik und Maschinenbau, selbstjustierende Antennen und Satellitenstrukturen und intelligente Sensornetzwerke (Structural Health Monitoring).

Durch die breit angelegte Ausbildung hat der angehende Ingenieur viele berufliche Möglichkeiten. Die ständig steigenden Anforderungen an moderne Systeme führen dazu, dass konventionelle Ansätze zunehmend an die Grenzen des technisch und wirtschaftlich Machbaren stoßen. Das noch junge Gebiet der Adaptronik eröffnet neue Möglichkeiten, mittels intelligenter Systemkomponenten zur Schonung von Rohstoffen, zu einer geringeren Umweltbelastung, zu niedrigen System- und Betriebskosten, sowie zu höherer Funktionalität und Leistungsfähigkeit von Systemen beizutragen. Aus diesem Grund beschäftigen sich auch namhafte Firmen und Forschungseinrichtungen wie beispielsweise VW, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), EADS, Daimler, Fraunhofergesellschaft, Siemens, Philips und Carl Zeiss zunehmend mit adaptronischen Systemen.